Dreijahressprung: Onlinehandel der Schweiz wächst um fast 30 Prozent



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E-Commerce Dreijahressprung: Onlinehandel der Schweiz wächst um fast 30 Prozent

Publiziert am 11.03.2021

Das Jahr 2020 war weltweit von der Pandemie geprägt, die keinen Lebensbereich der Menschen unangetastet liess. Für den Onlinehandel war 2020 ein Jahr der Superlative, wie die aktuelle Gesamtmarkterhebung des Handelsverbands in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post zeigt.

Die Zahlen für den Online-Konsum der Schweiz für das Jahr 2020, die jetzt vom Handelsverband.swiss, der GfK und Schweizerischen Post vorgelegt werden, deuteten sich bereits an, überraschen im Detail dann aber doch. Wenn der stationäre Handel wegen der Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie schliessen muss, weicht die Kundschaft auf den Onlinehandel aus. Diese wurde erwartet, doch in Zahlen ausgedrückt, macht der Online-Konsum einen Dreijahressprung!

Plus von 27,2 Prozent gegenüber Vorjahr

Die Konsumenten der Schweiz kauften im Jahr 2020 online Güter im Wert von 13,1 Mrd. CHF ein, das ist eine Steigerung von 27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich der Zuwächse in den Vorjahren macht der Onlinehandel der Schweiz also im Coronajahr einen Dreijahressprung! Aber auch der Detailhandel als Ganzes hat um 2.2% zugelegt. Dies besonders wegen einem starken Wachstum bei den Lebensmitteln. Dies wohl nicht zuletzt auf Kosten der Gastronomie.

In der Langzeitbetrachtung zeigt sich, dass der Onlinehandel sein Volumen in den vergangenen sechs Jahren fast verdoppeln konnte.

Inland profitiert deutlicher als Ausland

Von dem enormen Wachstum profitieren insbesondere Handelsunternehmen aus der Schweiz. Die Kundschaft hat über alle Sortimente hinweg in erster Linie direkt bei Unternehmen in der Schweiz bestellt (11 Mrd. CHF). Hier zeigt sich ein Wachstum von 32 Prozent, während der Auslandseinkauf lediglich um 5 Prozent zulegen konnte (2,1 Mrd. CHF). Mit anderen Worten: Schweizer Händler wachsen schneller als «Importeure» wie Amazon oder Wish und gewinnen somit Marktanteile. Zu beachten gilt, dass auch grosse ausländische Anbieter, wie beispielsweise Zalando als inländischer Anbieter ausgewiesen werden.

Jeder vierte Fashion-Franken ist online

Bei der Betrachtung der Sortimente liegt der Bereich Heimelektronik mit einem Umsatz von über 3 Mrd. CHF wieder vorn. 2020 wurde 48 % der Heimelektronik im Onlinehandel eingekauft. An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala folgt der Bereich Fashion/Schuhe mit 2,5 Mrd. CHF Onlinehandel-Umsatz. Hier gab es ein Wachstum von 15 Prozent. Jeder vierte Franken, der für Fashion ausgegeben wird, ist jetzt online.

Ein überdurchschnittliches Wachstum gab es in den Segmenten Home/Living, Do It Yourself und Sport – hier zeigen sich die Effekte des Cocoonings bei den Menschen, die es sich während des Lockdowns und Social Distancing in den eigenen vier Wänden angenehmer gemacht haben.

Auch der Onlinehandel mit Lebensmitteln konnte deutlich zulegen, spielt aber im Gesamtmarkt noch eine untergeordnete Rolle (1,5 Mrd. CH Umsatz).

Verschiebung in Richtung online setzt sich fort

Über alle Sortimente hinweg bleibt der stationäre Handel bei der Kundschaft zwar der bevorzugte Kaufkanal, die Detailauswertung der Zahlen zeigt aber auch, dass sich die Verschiebung in Richtung «online» weiter fortsetzt.

Davon werden die Handelsunternehmen profitieren, die über eine funktionierende Omni-Channel-Strategie verfügen. Diese breit aufgestellten Handelsformate haben in 2020 teilweise Wachstumssprünge von 100 Prozent erreicht und lassen damit auch Pure Player hinter sich.

Enormes Wachstum bei den Paketsendungen

Von der rasanten Entwicklung des Onlinehandels ist die Schweizerische Post naturgemäss unmittelbar betroffen. So stieg die Zahl der ausgesandten Pakete im Jahr 2020 um 25 Prozent auf 69,6 Mio. Stück. Die Verteilung bei den Versandarten blieb indes nahezu konstant zum Vorjahr. Eine weitere Umschichtung in Richtung der Prio-Sendungen erfolgte nicht. Auch die taggleiche Zustellung ist kaum gewachsen. Offenbar ist der Kundschaft nach wie vor eine verlässliche Zustellung wichtiger als die Geschwindigkeit.

Alle Details und weitere Zahlen der Erhebung finden Sie online unter Facts zur Schweiz - HANDELSVERBAND.swiss

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