Untervaz: Viertes Regionales Paketzentrum eröffnet



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Logistik Untervaz: Viertes Regionales Paketzentrum eröffnet

Publiziert am 06.11.2020

Pünktlich wie geplant, ist am 6. November 2020 in Untervaz GR das vierte neue regionale Paketzentrum eröffnet worden. Wie in Cadenazzo und Vétroz leitete auch in Untervaz Jean-Pierre Stettler das Bauprojekt. Jetzt endet für ihn eine 4-jährige, ganz besondere Zeit, auf die er gerne zurückschaut: «Wir waren immer als Team unterwegs und als Team erfolgreich.»

Nach Vétroz, Ostermundigen und Cadenazzo sind jetzt mit Untervaz alle vier neuen RPZ in Betrieb. Was heisst das konkret für die Post?

Einerseits haben wir jetzt auch in eher peripheren Gebieten Paketzentren und vergrössern damit unsere Gesamtkapazität massiv. Andererseits helfen diese neuen Zentren, die bestehenden Paketzentren in Daillens, Frauenfeld und Härkingen zu entlasten, weil in diesen grossen drei viele Sortierziele wegfallen, die jetzt in den RPZ sortiert werden. Dadurch kann die Sortierung in den grossen Paketzentren optimiert werden.

Frauenfeld beispielsweise war auch fürs Engadin zuständig…

…und wird jetzt durch das regionale Paketzentrum Untervaz entlastet. Analog entlasten Cadenazzo und Ostermundigen das Paketzentrum Härkingen und Vétroz dasjenige in Daillens.

Welches deiner drei Projekte in Cadenazzo, Vétroz und Untervaz war das «einfachste», welches das schwierigste?

Lass es mich so sagen: Keines war einfach, aber auch keines war schwierig. Vielmehr waren es jeweils ganz eigene Bedingungen: Sprachliche, kulturelle und kantonal und kommunal rechtliche. Das war für mich jedes Mal eine Herausforderung, aber auch jedes Mal eine spannende Erfahrung. Oder anders gesagt: Einzig der Lieferant der Sortiermaschine war überall derselbe.

Dein Highlight als Gesamtprojektleiter?

Das war ganz klar das Projekt in Vétroz. Denn für Vétroz wurden vier Standorte in den zwei Kantonen Wallis und Waadt und aus zwei Sprachgebieten zusammengelegt: Brig, Siders, Sitten und Bex. Das waren so viele Menschen mit so vielen unterschiedlichen «Vorzeichen» – das Paketzentrum Vétroz mit ihnen zusammen in Betrieb zu nehmen, das war ein ganz besonderer Moment.

Sprachgrenzen gab es für dich kaum – du bist zweisprachig aufgewachsen.

Das hat enorm geholfen. Meine Mutter kommt aus dem Welschen, und für die Arbeit im Tessin habe ich noch ein paar Italienisch-Kurse besucht. Die gleiche Sprache wie die Menschen vor Ort sprechen zu können, war sicher ein Vorteil.

Budgetiert für die neuen Paketzentren waren Gesamtkosten von 150 Millionen Franken – jetzt sind es über 190 Millionen. Was ist aus dem Ruder gelaufen?

Aus dem Ruder gelaufen ist gar nichts! Als wir damals den Initialauftrag erhielten, war erst eines der Grundstücke wirklich gesichert. Die beiden in Cadenazzo und Vétroz mussten wir «pfählen» und damit erst den Untergrund befestigen, bevor wir mit dem Bau beginnen konnten. Das allein war schon mit massiven Mehrkosten verbunden. Dazu kam, dass die Post während der Projektzeit beschloss, die Paketzentren nachhaltig zu betreiben und die Dächer der Neubauten mit Photovoltaik-Anlagen auszurüsten. Zudem haben wir in einem bestehenden Gebäude in Ostermundigen ein ebenfalls neues regionales Paketzentrum in Betrieb genommen, was auch nicht von Anfang an geplant war. Aber von den Anlage-Techniken her und der Bausubstanz lagen wir immer im Budgetbereich.

Also nicht nur Mehrkosten, sondern auch ein zusätzlicher Nutzen.

Ja, ganz klar. Als Post haben wir uns Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Und dank der Photovoltaik-Anlagen können wir jetzt jeweils zwei Stromkreise betreiben: Der herkömmliche Stromkreis speist die Sortieranlage, die Photovoltaik-Anlage speist das Gebäude – jeweils rund 40 bis 50 Prozent, den Rest speisen wir ins öffentliche Netz. Das ist jeweils der Strom in der Höhe des Jahresverbrauchs von rund 220 Haushalten.

Du hast als Gesamtprojektleiter die drei Neubauprojekte in Cadenazzo, Vétroz und jetzt Untervaz eng betreut und jeweils sogar vor Ort gewohnt. Wie war dieses Leben als «Nomade»?

Ich lebe ja hier in der Region Untervaz. Nach Cadenazzo und Vétroz bin ich tatsächlich jeweils für zwei Monate hingezogen. Mir war immer wichtig, dass ich ein Projekt in der Zeit vor und nach Inbetriebnahme vor Ort eng begleiten kann. In diesen Wochen galt es besonders viele Fragen besonders schnell zu beantworten, um den Betrieb nicht zu gefährden. Und um schnell zu entscheiden, muss man vor Ort sein.

Hat das Privatleben nicht gelitten?

Das hat es tatsächlich. Aber meine Frau und ich haben das gewusst und gemeinsam entschieden. Es entspricht eben meiner Art, nahe bei den Menschen zu führen. Und dass ich jeweils während den heiklen Phasen vor Ort war, hat sich als Erfolgsfaktor erwiesen.

Was hat dich persönlich besonders geprägt bei diesen Grossprojekten?

Auch wenn das vielleicht erstaunt: Es waren nicht die Gebäude und nicht die Sortieranlagen, sondern es war die Tatsache, dass man gemeinsam mit anderen Menschen ein solches Projekt stemmen kann. So war für mich ganz klar die jeweilige Inbetriebnahme nach kurzen Pilotphasen der besondere Moment. Dass man gemeinsam so etwas realisieren kann, das hat mich tief geprägt.

Wie stark hat sich der Faktor Corona ausgewirkt?

Tatsächlich verloren wir wegen der Corona-Pandemie rund vier Monate. Trotzdem konnten wir das übergeordnete Ziel einhalten: Vétroz und Untervaz vor dem Festverkehr 2020 eröffnen. Dass dies geklappt hat, ist ganz klar dem ganzen Team zu verdanken. Um drei solche Paketzentren erfolgreich zu bauen und in Betrieb zu nehmen, braucht es ein sehr stabiles Team. Und das hatte ich in der Tat, ein tolles und stabiles Team. Für mich gilt grundsätzlich: Man ist selber nur so gut, wie man es mit den Mitarbeitenden zusammen als Team ist.

Medienmitteilung

Jean-Pierre Stettler (55)…

… wird innerhalb der Post überall «Jampi» gerufen. Er ist in Murten zweisprachig aufgewachsen und arbeitet seit 1983 bei der Post. Er war Standortleiter der Distributionsbasis Landquart. Vor vier Jahren übernahm er die Gesamtprojektleitung für die drei neu zu bauenden regionalen Paketzentren. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in Wangs SG.

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