Buzzword oder Revolution der Logistik?



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Internet der Dinge Buzzword oder Revolution der Logistik?

Publiziert am 24.10.2019

Das Internet der Dinge ist in der Logistik mehr als nur ein Schlagwort. Was es kann und welche Anwendungsmöglichkeiten es gibt.

«In der ganzen Lieferkette werden immer mehr Sensoren eingesetzt, die mit dem Internet verbunden sind. Sie liefern Informationen, über die wir bisher nicht verfügten», erklärt Roman Stalder. Er ist Leiter Forschung und Entwicklung beim Logistikbereich der Post. Und damit sind wir mittendrin im Thema Internet der Dinge, der digitalen Vernetzung physischer Objekte.

«Dank des IoT melden Sendungen auf dem gesamten Transportweg lückenlos und automatisch ihren Standort», nennt Roman Stalder ein Beispiel. «Ohne IoT müssen Sendungen gescannt werden, damit Versender und Empfänger deren Standort erfahren». Ein weiteres Beispiel sind Sensoren, die mit dem Internet verbunden sind und die Temperatur im Inneren einer Sendung messen. Die Post bietet dafür bereits eine Lösung, das Thermomonitoring.

Informationen sind die Grundlage, damit Abläufe noch schlanker und Dienstleistungen noch kundenfreundlicher werden. «Wirklich interessant wird es aber dann, wenn dank der gesammelten Daten automatisch eine Aktion ausgelöst wird», präzisiert der Experte. Genau hier liegt der Mehrwert des Internets der Dinge. Denn über das IoT kommunizieren Systeme und Gegenstände miteinander – und ermöglichen damit automatisierte Abläufe.

Gerade in der Logistik, wo Effizienz, Zeit und Kosten eine wichtige Rolle spielen, finden sich deshalb vielseitige Anwendungsmöglichkeiten. Informationen über die Temperatur könnten es künftig erlauben, dass eine Sendung automatisch gekühlt wird, sollte einer sensiblen Ware während des Transports zu warm werden. Oder dass Zahlungen erst dann erfolgen, wenn eine vorgegebene Temperatur nachweislich eingehalten wurde. Im Lager können Sensoren automatisch Nachbestellungen auslösen, wenn das Material im Regal zur Neige geht. «Am Markt gibt es bereits Lösungen mit Wägesystemen. Nachbestellungen werden ausgelöst, wenn der Bestand ein Mindestgewicht erreicht», führt Roman Stalder aus.

Bestellung auf Knopfdruck

An Lösungen arbeitet auch die Post. «Wir bieten Smart Buttons, die sich direkt am Regal befinden, aus dem Spitalmitarbeitende täglich Spritzen, Verbände und anderes Verbrauchsmaterial entnehmen», erklärt der IoT-Experte. Wenn die Mitarbeitenden bei der Entnahme feststellen, dass z.B. die Infusionsnadeln ausgehen, lösen sie auf Knopfdruck eine Bestellung aus – ohne ein Bestellformular, ein E-Mail schreiben oder telefonieren zu müssen. Die Post sammelt alle eingehenden Meldungen und beliefert das Spital mit neuem Material.

Staufreie Baustellen

Auch in der Baustellenlogistik kann die Post IoT mit den Kompetenzen ihrer Logistikprofis kombinieren. Die Experten analysieren dabei die gesamte Umgebung einer Baustelle und definieren geeignete Warteräume. Anliefernde LKW-Fahrer steuern den Warteraum an und registrieren ihre Ankunft. Der Disponent auf der Baustelle kann nun die Weiterfahrt dem Fortgang auf der Baustelle anpassen. Im richtigen Moment drückt er einen Smart Button und signalisiert damit dem LKW-Chauffeur, dass dieser weiterfahren kann. Dadurch bilden sich keine LKW-Schlangen vor der Baustelle – Stau wird vermieden.

Revolutioniert das IoT die Logistik? «Es trägt sicher dazu bei, Dienstleistungen kundenfreundlicher, effizienter und präziser zu machen», sagt Roman Stalder. «Besonders wirkungsvoll ist es wie die meisten Technologien, wenn es von Experten optimal in die logistischen Wertschöpfungsketten integriert wird. Darauf liegt auch der Fokus der Post.»

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