Nachhaltigkeit – eine Chance zur Differenzierung



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Onlinehändlerbefragung 2020 Nachhaltigkeit – eine Chance zur Differenzierung

Publiziert am 21.10.2020

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im E-Commerce? Diese Frage steht im Fokus der Schweizer Onlinehändlerbefragung 2020. Die Resultate belegen: Der Anfang ist gemacht, doch es bleibt Luft nach oben.

Erstmals wurden Onlinehändler vertieft zu ökologischen und sozialen Aspekten entlang der Wertschöpfungskette von Onlineshops befragt. Die B2B-Studie wurde gemeinsam mit der Schweizerischen Post und der Hochschule Luzern realisiert.

Soziale Aspekte stark gewichtet

Die Ergebnisse der Befragung zeigen: Bei der Auswahl des Produktsortiments werden soziale Aspekte bisher häufiger berücksichtigt als ökologische. 77 Prozent der von den Onlinehändlern angebotenen Produkte werden demnach unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt, aber nur rund die Hälfte entsteht ressourcenschonend.

Besser sieht es bezüglich Ökologie bei den Versandverpackungen aus. 72 Prozent davon sind bereits grössenoptimiert, was sich auch positiv auf die Klimabilanz des Transports auswirkt. Bei 56 Prozent der Verpackungen wird Recyclingmaterial verwendet. Jedoch erst rund ein Drittel der Onlineshops kommt beim Füllmaterial ohne Plastik aus. Drei von zehn Onlineshops verzichten ganz auf Füllmaterial.

Verbesserungspotenzial beim Versand

Viele Onlinehändler sind zwar offen gegenüber nachhaltigen Logistiklösungen – vor allem für die letzte Meile (75 Prozent). Doch entsprechende Versandoptionen bietet erst eine Minderheit an. Bei 15 Prozent der Onlineshops können die Kundinnen und Kunden einen klimaneutralen Versand ohne Aufpreis wählen.

Verbesserungspotenzial zeigt die Studie auch bei der Auffindbarkeit von nachhaltigen Produkten auf. In gerade mal 14 Prozent der Onlineshops sind sie speziell gekennzeichnet, in 11 Prozent lässt sich Nachhaltigkeit als Filterkriterium auswählen.

Bedürfnisse der Konsumenten kennen

Um auch die Sichtweise der Konsumentinnen und Konsumenten zu erfahren, wurden dem E-Commerce-Stimmungsbarometer 2020 ebenfalls Fragen zur Nachhaltigkeit hinzugefügt. Diese B2C-Studie entstand wiederum als Kooperation der Hochschule für Wirtschaft Zürich und der Post. Ihre Resultate ermöglichen einen interessanten Vergleich mit jenen der Onlinehändlerbefragung.

Was auffällt: Derzeit interessieren sich die Konsumentinnen und Konsumenten vor allem für Informationen zur Herkunft (79 Prozent) und zur Herstellung (65 Prozent) von Produkten. Wichtig ist ihnen zudem, dass beim Versand von Waren die Schachtelgrösse individuell angepasst wird (75 Prozent) und dass die Händler das Verpackungs- und Füllmaterial aus Retouren recyceln (73 Prozent).

Indem Onlinehändler die Bedürfnisse ihrer Konsumentinnen und Konsumenten kennen und kosteneffizient umsetzen, können sie sich durch Nachhaltigkeit differenzieren und so einen wertvollen Wettbewerbsvorteil schaffen.

Schweizer Onlinehändlerbefragung 2020: die Studie im Überblick
  • Stichprobengrösse: 227 Onlinehändler
  • Befragungszeitraum: 13. März bis 31. Juli 2020
  • Methodik: Quantitative Onlinebefragung
  • Fragen: 22 geschlossene, eine halboffene und drei offene Fragen

Studienresultate ansehen: www.post.ch/digital-commerce-studien

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